Die Mitglieder

Zur Zeit befinden sich 12 Staaten in der OPEC, welche zusammen ca. 40 Prozent der weltweiten Ölförderung ausmachen. Insgesamt sollen die Mitgliedstaaten über 75 Prozent der weltweiten Ölreserven vorhalten. Zu den Mitgliedstaaten gehören

– Algerien
– Angola
– Ecuador
– Iran
– Irak
– Kuwait
– Libyen
– Nigeria
– Katar
– Saudi Arabien
– Die Vereinigten Arabischen Emirate
– Venezuela

Die OPEC mit Sitz in Wien unterscheidet hierbei zwischen Gründungsmitgliedern und vollen Mitgliedern. Diese Unterscheidung ist für die Aufnahme in die OPEC von Bedeutung. Wer ein volles Mitglied werden möchte, muss eine Drei-Viertel Mehrheit der Stimmen der vollen Mitgliedstaaten erhalten. Die Gründungsmitglieder, Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela, müssen geschlossen ebenfalls zustimmen. Ehemalige Mitglieder waren Gabun und Indonesien.

Organe der Organisation

Das wichtigste Organ der OPEC ist die Ministerkonferenz. Jeder Mitgliedsstaat besitzt einen eigenen Energieminister, der in dieser Konferenz die Interessen seines Landes vertritt. Jedes Mitglied hat dabei eine Stimme. Für die meisten Fragen und Entscheidungen wird eine Mehrheit von Drei Fünfteln benötigt, für alle materiellen Entscheidungen, müssen sich alle Mitglieder einig sein. Wer nicht zur Konferenz erscheinen kann, der kann im Nachhinein getroffene Entscheidungen verhindern, indem er Einspruch einlegt. Auch Beobachter sind bei der Ministerkonferenz zugelassen. Sie trifft sich zweimal im Jahr, jedes Mal wird ein neuer Vorsitzender erlassen. Die Ministerkonferenz ist das einzige Organ, welches die Statuten verändern kann oder über die Aufnahme neuer Mitglieder entscheiden kann. Sie ist außerdem zuständig für die Ernennung aller weiteren Organe der OPEC. Eine Klausel besagt außerdem, dass alle Aufgaben, die nicht offiziell an andere Organe vergeben sind, automatisch in den Zuständigkeitsbereich der Ministerkonferenz fallen.

Neben den Ministern für Energie sendet jeder Mitgliedstaat einen Gouverneur aus. Der Rat der Gouverneure setzt sich aus diesen zusammen. Sie treffen sich zweimal jährlich. Die Aufgaben des Rat der Gouverneure ist die Umsetzung der Entscheidungen der Ministerkonferenz, die Erstellung des Budgets und die Angabe von Empfehlungen und Anstößen für die Ministerkonferenz.

Der Generalsekretär ist das offizielle Gesicht der Organisation. Zur Zeit ist dies Abdullah El-Badri. Er ist der ranghöchste Bedienstete innerhalb der OPEC und koordiniert zusammen mit dem Sekretariat die Tätigkeiten der Organisation und Ausführung der Beschlüsse der Ministerkonferenz. Seine Amtszeit beträgt 3 Jahre, er kann maximal einmal wiedergewählt werden. Sein Stab ist das Sekretariat, außerdem bekommt er einen Rechtbeistand, zwei Direktoren und einen Rechnungsprüfer zur Seite gestellt.

Geschichte der OPEC – 1960 bis heute

Eine Konferenz in Bagdad im September 1960: Der Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela haben ein Problem. Westliche Ölgesellschaften dominieren den Markt und damit die Preisgestaltung für Rohöl. Als relativ arme Länder mit kaum Exportmöglichkeiten außer Öl, gründen sie die OPEC. Vorhergegangen waren mehrere Senkungen des Preises für Öl, welche alle Gründungsländer in wirtschaftliche Bedrängnis brachte. Sitz der OPEC war damals noch Genf, 1965 zog man nach Wien um, wo die Organisation heute noch ihren Sitz hat. Getroffen wurde sich, damals wie heute zwei- bis dreimal jährlich. Dabei werden die erwarteten Entwicklungen am Ölmarkt diskutiert, Förderquoten angepasst und Abstimmungen gehalten. Die erste „Ölkrise“ der Welt erlebte man 1973, damals machte die OPEC das erste Mal wirklich auf sich aufmerksam und zeigte, welche Macht sie besitzt. Im Jom-Kippur Krieg, welcher zwischen Ägypten, Syrien und anderen arabischen Staaten gegen Israel stattfand, unterstützte der Westen offen die israelischen Streitkräfte. Die OPEC veranlasste daraufhin eine Drosselung der Fördermengen und ein Barrel Öl (ca. 160 Liter) verteuerte sich von drei auf über fünf Dollar. In Deutschland verhängte man als Reaktion Fahrverbote, Bilder von Radfahrern auf Autobahnen sind heute noch in den Köpfen vieler Menschen.

Bis 1975 vervierfachte sich der Ölpreis auf 12 Dollar pro Barrel. Im gleichen Jahr stürmten Terroristen eine OPEC Konferenz und nahmen mehr als 70 Geiseln. Niemand wurde getötet, die OPEC aber zeigte sich erschüttert. Ende der 70er Jahre drosselt Saudi Arabien die Fördermengen. Dies und der Sturz des Schah im Iran führen zu einer erneuten Krise, die 1980 zum Ausbruch des ersten Golfkrieges noch verschlimmert wird. Zwei der Gründungsmitglieder, Irak und Iran bekriegen sich und die OPEC kann ihre Preiskorridore nicht mehr halten. Der Preis für ein Barrel steigt erstmals auf über 30 Dollar pro Barrel. Ein Jahr später verhandelt die OPEC wieder miteinander und einigt sich auf eine Preishöchstgrenze von 38 Dollar pro Barrel. Die Wirtschaft befindet sich Mitte der 80er Jahre nicht auf dem Hoch der vergangenen Jahre und so sinkt die Nachfrage nach Öl dramatisch. Die OPEC drosselt ihre Förderung um Preise stabil zu halten. 1986 ist der Preis für Brentöl auf 9 Dollar gesunken. 1990 beginnt der zweite Golfkrieg zwischen dem Irak und Kuwait – wieder beides Mitgliedsstaaten der OPEC. Die Preise für Öl steigen wieder, nur damit sie Ende der 90er Jahre wieder sinken, als in Asien eine Wirtschaftskrise herrscht. Die Wende im Kampf um den Ölpreis läutet der 11. September 2001 ein, als die Anschläge auf das World Trade Center die Welt in Atem halten. Bis 2005 steigt der Ölpreis auf 60 Dollar pro Barrel an. Durch Hurrikans im Golf von Mexiko und Anschläge auf Ölanlagen im Jahr 2008, verknappte sich das Öl zusehends, was sich dann auf den Preis niederschlug, ein Barrel kostete über 140 Dollar. Die OPEC reagiert mit erhöhten Fördermengen, welche aber dann wieder zurückgenommen werden, als die Weltwirtschaftskrise hereinschlug. Fracking bestimmt heute die effiziente Ölförderung, der Preis bleibt nach dem Überstehen der Weltwirtschaftskrise relativ stabil, obwohl Hardliner innerhalb der OPEC immer und konsistent höhere Preise und niedrigere Ölfördermengen fordern.

Ziele der OPEC

Die OPEC gehört zu den Kartellen – eine Organisationsform, die in Deutschland zum Beispiel verboten ist. Dies ist im Kartellrecht geregelt. Wirtschaftskartelle bezeichnen den Zusammenschluss zweier oder mehrerer Konkurrenten, die das Ziel haben, eine Manipulierung des Marktes vorzunehmen, entweder durch Preisabsprache oder Marktaufteilungen. Diese sind in Deutschland verboten und gehören zu den Ordnungswidrigkeiten, wenn sie bestimmte Eigenschaften erfüllen. In den letzten Jahren wurden vom Europäischen Gerichtshof Strafen in Millionenhöhe verhängt, an Unternehmen, die sich als Kartell organisiert hatten.

Das Ziel der OPEC ist ein einheitlicher Ölmarkt, der von einem Monopol – nämlich sich selbst – regiert wird. Als Monopol hätten und haben die Mitgliedstaaten damit einen großen Einfluss auf die Preisbildung auf dem Ölmarkt. Auch Förderquoten und Produktionquoten werden festgelegt. Die OPEC verknappt den Rohstoff Öl künstlich, was zu höheren Preisen an den Weltmärkten führt. Je nach Weltwirtschaftlage kann der Preis auch gesenkt oder stabil gehalten werden. Die OPEC gibt in der Regel einen bestimmten Zielpreiskorridor an, in welchem der Preis für Öl schwankt. Die Politik der OPEC ist primär darauf ausgelegt, diesen Zielpreiskorridor für den Ölpreis zu halten.

Politik der OPEC

Um seine Interessen durchzusetzen hat die OPEC als einzigen Hebel die weltweite Nachfrage nach Öl. Da dieses aber ein immens wichtiger Rohstoff für Industrie und Handel ist, ist der Einfluss der OPEC vielen ein Dorn im Auge. Sogar Mitgliedsstaaten rebellieren gelegentlich, denn nicht immer passt die Politik der OPEC zu den wirtschaftlichen und politischen Zielen der eigentlichen Länder. Indonesien verließ die OPEC 2009, da der Preis für Öl im eigenen Land nicht hoch genug war, als dass man ihn durch Exporte wieder ausgleichen konnte. Faktisch hat Indonesien mehr Öl benötigt, als es fördern konnte und trat daraufhin aus.

Als Hardliner innerhalb der OPEC bezeichnet man Algerien, Libyien, Venezuela und den Iran. Sie sind vor allem dafür, den Preis für Öl maximal anzuheben und weniger an die wirtschaftliche Entwicklung der Welt zu koppeln. Andere Länder versuchen eher moderat zu agieren, und gleichen dies finanziell durch eine Kooperation mit zahlungstarken Investoren wieder aus. Diese beteiligen sich im großen Stil am Rohstoffhandel der internationalen Börsen, und zwar über Staatsfonds.

Dreimal im Jahr trifft sich die Ministerkonferenz und entscheidet über die weitere Politik der OPEC. Dabei werden nicht nur Förderquoten festgelegt, sondern auch Sanktionen eingeleitet, sollte ein Mitgliedsstaat die Förderquote überstiegen haben, was aber bis heute noch nicht passiert ist. Die Entscheidungen der Konferenz wird dann an die Öffentlichkeit weitergegeben, dies ist die Aufgabe des Sekretariats, welches generell für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Kritik an der OPEC

Innerhalb der Organisation sind Konflikte zwischen einzelnen Mitgliedsstaaten spürbar. Der weltweit größte Öllieferant Saudi-Arabien steht regelmäßig in Konflikt mit ärmeren Staaten wie Venezuela. Diese benötigen aufgrund ihrer niedrigen Wirtschaftskraft einen höheren Ölpreis, als generell reichen Länder wie Saudi-Arabien. Diese Meinungsverschiedenheiten führen dazu, dass die OPEC Mitgliedsstaaten sich nicht einzeln zu Entwicklungen am Ölmarkt äußern, sondern lediglich durch den Generalsekretär ihre Meinung äußern.

Der Energieexperte Joyce Dargay beschuldigte die OPEC 2010, dass sie, zusammen mit anderen Organisationen, die Nachfrage nach Öl drastisch unterschätzt hätten. Im Jahr 2030 wird die Nachfrage nach Öl um mindestens 25 Prozent steigen. Gleichzeitig wird, trotz des technischen Fortschritts, welcher die Produktivität der Ölförderung erhöht, die eigentlichen Förderquoten nicht aufrecht erhalten.

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